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Theaterpädagogik

Bunte Feder

„Unberechenbar!“, denke ich – und frage mich, ob ich den Vogel, der seit zwei Jahren bei mir im Büro wohnt, je unter Kontrolle haben werde. Gerade ist er als bunter Federhaufen aus dem Kostümfundus zurückgekehrt und auf meinem Schreibtisch gelandet. „Was machst du?“, frage ich. „Einfühlen“, krächzt Eddi. „...Aha“. Da er offenbar nicht vor hat, meine Tastatur zu verlassen und mich erwartungsvoll ansieht, sage ich noch: „Und?“

Schweigen. Ich grüble. „Und was bedeutet das Ganze?“„Ich dachte, du bist die Theaterpädagogin! Du sagst doch immer, dass man sich überlegen soll, wie eine Figur tickt und zuerst versuchen soll, sie zu verstehen und dann zu spielen.“, doziert er. „…Und…“ „Ich habe mir schon eine Figur überlegt und habe mir das Kostüm dazu geholt. Aber irgendwie funktioniert es nicht.“ „Welche Figur möchtest du denn sein?“ „Ein Europäer.“ „Oh…“. „Eben. Es ist schwer. Ich habe mir absichtlich viele bunte Federn genommen, um die verschiedenen Nationen zu symbolisieren. Und jetzt versuche ich, mich in jede einzelne Feder einzufühlen… Aber das klappt nicht! Mir wird schon ganz warm und ich habe, glaube ich, eine Federallergie.“, sagt er und niest mitleiderregend, wobei er die Federn in meine Richtung pustet. Jetzt niese ich und puste ihn dabei von meiner Tastatur weg. „Aber Eddi, du kannst nicht Alle sein! Sei doch Einer! Einer, der so ist, wie du ihn in deiner Phantasie erschaffst. Wir sind doch alle unterschiedlich, gehören aber trotzdem zusammen und sind mit allen unseren Unterschieden Europäer.“, sage ich, und bin mir nicht sicher, ob er mich versteht. „Hmmm… dann bin ich Li-Ming. Er kommt jeden Tag am Theater vorbei und bringt mir Sonnenblumenkerne mit.“ Er hat es verstanden, denke ich und lächle in mich hinein.

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