FRAU MÜLLER MUSS WEG


Schauspiel
von Lutz Hübner


PREMIERE
25. November 2017 I 20.00 Uhr
Studiobühne

„Bei Kindern hört der Spaß auf. Da zeigt sich, wie solidarisch eine Gesellschaft wirklich ist und wie sie mit Erfolg und Niederlagen umgeht. Da werden keine Gefangenen gemacht und keine Konzessionen.“
Lutz Hübner
 
Wer schafft es aufs Gymnasium und wer wird gezwungen, in Richtung Real- oder Hauptschule und damit auf den Pfad lebenslanger Erfolglosigkeit abzubiegen? Diese Frage treibt die ehrgeizigen Eltern um, und so haben fünf von ihnen die Klassenlehrerin Frau Müller um einen Termin gebeten. Fünf entschlossene Erwachsene sitzen also nun auf den Stühlen, die normalerweise von ihren Sprösslingen eingenommen werden, um klarzustellen, wer die Schuld an der Misere trägt und dass der einzige Ausweg die Parole ist: Frau Müller muss weg!
Sachlich und fair soll das Gespräch geführt werden, das haben die Eltern sich vorgenommen. Doch schon nach kurzer Zeit geht es ans Eingemachte: Vorwürfe, Beleidigungen, Beschimpfungen, die nicht nur die Lehrerin treffen, sondern auch innerhalb der Elternschaft Fronten schaffen. Denn trägt nicht auch das ständig störende ADHS-Kind dazu bei, dass die Bildungskarriere des eigenen Kindes gefährdet ist? Und sind die Westkinder im Gegensatz zu denen aus dem Osten nicht völlig verzogen?
Schließlich gehen die aufgebrachten Eltern so weit, die Tasche von Frau Müller zu durchsuchen, als die kurz den Raum verlassen hat, um an die Noten ihrer Kinder heranzukommen.