Ein Bericht für eine Akademie

Von Franz Kafka

THEATER UNTERWEGS

Eingefangen von einer Jagdexpedition der Firma Hagenbeck, monatelang in einen engen Käfig auf einem Dampfer eingesperrt, als Ziel der derben Späße der Mannschaft dienend, beginnt der Affe Rotpeter nach einem Ausweg zu suchen, der ihn überleben lässt: Er imitiert die menschliche Natur, und das so perfekt, dass er schließlich – in einen eleganten Herrenanzug gewandet – vor akademischem Publikum Zeugnis von seinem Werdegang ablegen kann. Fünf Jahre hat die Menschwerdung gedauert. Rotpeter lernte zunächst den offenen Handschlag, das Rauchen, das Schnapstrinken und erlangte schließlich die Bildung eines Durchschnittseuropäers. Doch die Assimilation hat einen hohen Preis: Der Affe stellt fest, dass die Menschenwelt „äffischer“ ist als die Welt der Affen und dass er in dieser Welt bei aller Anpassung immer ein Außenseiter bleiben wird. Unbehaust, da ihm auch der Weg zurück zum Tier versperrt ist, wird er überall stets ein Fremder sein, eine Kuriosität, der wahre Anerkennung und Respekt verwehrt bleibt.

Franz Kafkas Gesellschaftssatire „Ein Bericht für eine Akademie“ ist als Monolog für das Theater eingerichtet eine mobile Produktion des Eduard-von-Winterstein-Theaters – für Klassenzimmer und andere Spielorte.


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